Art before Breakfast

Ich habe ein neues tolles Buch!! Einen elendig langen Monat musste ich auf die Vorbestellung warten, aber dann kam das Buch überpünktlich einen Tag vor Erscheinen endlich per Post zu Hause an. Nämlich letzten Freitag, 20.02.2015

Danny Gregory beschreibt griffig in seinem neuesten Buch, wie man trotz stressigem Alltag, ein wenig “kunst” (mit kleinem k) in sein Leben einziehen lassen kann. Er gibt ein paar Übungsanleitungen und Tipps für die Eingliederung von Kreativität in den täglichen Ablauf.

Ich bin mit der Lektüre noch nicht durch, aber optisch ist es auch sehr ansprechend gestaltet, mit vielen seiner Zeichnungen untermalt er das geschriebene. 

Das Format ist handlich genug, um es in jede Tasche zu packen, um es überall griffbereit zu haben, für die schnelle Lektüre zwischendurch. Auf seinem Instagram Account postet er auch fleißig Bilder, wie normale Menschen in ihrer Freizeit oder auf der Arbeit statt der Kaffeepause, eine kleine Kunstpause einlegen. #artb4bkfst



Dies ist zwar nicht mein Frühstück, dafür aber ein Teil meines Abendessens. 

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Mein Weg zum Art Journaling

Ich hatte schon länger das Gefühl, eine Art gezeichnetes Tagebuch führen zu wollen, mir fehlte jedoch noch der Dreh dafür. Dann kam Jens Hübner mit dem Wochenend Seminar „Zeichnen und Aquarellieren auf Reisen“ im April 2011 in Köln um die Ecke. Seine Arbeiten hatten mich beeindruckt, als er sie einige Zeit zuvor im Globetrotter Köln ausgestellt hatte. Entsprechend begeistert war ich, von ihm lernen zu können. Und weil es mir so gut gefiel, buchte ich später noch den Aufbau Kurs hinterher, in dem ich meine Reisezeichnungen und –aquarelle aus Norwegen verarbeitete.

Im Alltag setzte ich mich leider immer noch zu selten nach der Arbeit oder Verabredungen hin, um meinem Alltag zu zeichnen oder malen. Mir fehlte irgendwie noch mein eigener Stil und scheinbar auch Inspiration. Also wünschte ich mir zu meinem Geburtstag das Buch „Artist’s Journal Workshop: Creating your life in words and pictures“ von Cathy Johnson. Ein großartiges Buch, mit vielen Ideen und Beispielen unterschiedlichster „Art Journal“ KünstlerInnen. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die einzelne Menschen mit ihren Stiften, Farben und Skizzenbüchern umgehen und welche Motive sie wählen. Seither setze ich mich immer wieder und immer häufiger hin und zeichne oder male: mit Bleistift – Aquarell – Tinte – Graphit – und Marker oder sogar Acryl. Einige Ergebnisse bekommt ihr hier im Blog zu sehen.

Ich bin schon sehr froh, wenn ich im Sinne des Art Journaling mehrere Zeichnungen in einer Woche fertig bringe. Eine tägliche Gewohnheit konnte es bisher leider noch nicht werden. Aber es wird – und es muss ja auch nicht täglich sein.

Wenn ich mal nicht weiß, was ich als nächstes Zeichnen könnte, greife ich gern auf die EDM Liste von Karen Winters, basierend auf dem Buch „Every Day Matters“ von Danny Gregory zurück. Es gibt viele Blogger, die ihre EDM Zeichnungen posten und ich schaue mir gern an, wie andere die Liste umsetzen.

Weitere Quellen der Inspiration:

Mut zum Skizzenbuch von Felix Scheinberger
Start to Draw Your Life von Michael Nobbs
Blog von Carla Sonheim
und diverse weitere Blogs – es kommt häufiger vor als mir lieb ist, dass ich mich in all den interessanten Blogs verliere und dann keine Zeit mehr zum Malen habe. Aber das macht nichts

Ich würde mich gern einer Urban Sketching Gruppe anschließen, leider gibt es jedoch keine mir bekannte im Großraum Köln. Falls jemand da draußen von einer gehört haben sollte, gern bei mir melden! (811)

Schulen für Pakistans Kinder im Kampf gegen den Terror

Früher war Greg Mortenson einmal Krankenpfleger und begeisterter Bergsteiger. Er bestieg einige der höchsten Berge, früher – bevor er anfing plötzlich ganze Berge zu versetzten!

Alles beginnt in Baltistan, einer der ärmsten Regionen der Welt im Kaschmirgebirge im nördlichen Pakistan. Hier scheitert Mortenson auf dramatische Weise, als er versucht den K2 zu erklimmen. Er ist gezwungen die Expedition nach monatelanger Vorbereitung abzubrechen und nach Hause zu fahren. Völlig entkräftet kommt er von seinem Weg hinab ins Tal ab und verirrt sich in ein kleines sehr abgelegenes Dorf namens Korphe. Dort wird er vom Dorfvorsteher Hadschi Ali mit einer nie gekannten Gastfreundschaft aufgenommen und vor dem Erfrieren und Verhungern geschützt. Aus purer Dankbarkeit beschließt Mortenson dem Dorf eine Schule zu schenken, denn er ist erschüttert zu sehen, wie die tapferen und willensstarken Kinder im Freien bei bitterer Kälte ihre Rechenaufgaben mit einem Stöckchen in die trockene Erde kratzen – und das ohne Lehrer.

Zurück in Kalifornien – seiner Heimat – setzt er alles in Bewegung um Geld für die versprochene Schule aufzutreiben. Es ist ein beschwerlicher Weg, der ihn an den Rand der Armut treibt. Um Miete einzusparen, campiert er sogar in seinem Auto. Um sein Ziel zu erreichen, gründet Mortenson das CAI – Central Asian Institute.

Als er nach Monaten endlich mit prallem Geldbeutel bei seinen Freunden in Pakistan eintrifft, scheitert vorerst seine Absicht, nicht zuletzt da für den Bau der Schule erst eine Brücke über den Indus führen muss, um das gekaufte Baumaterial nach Korphe schaffen zu können. Mit viel Geduld und Beharrlichkeit schafft es Mortenson – genannt Dr. Greg – sein Versprechen zu halten und den Schülern in Korphe eine Schule zu errichten. Dr. Greg ist in Baltistan bekannt wie ein bunter Hund und lernt viele weitere Dorfälteste kennen, denen er ebenfalls das Versprechen geben muss, eine Schule in ihr Dorf zu bringen. Nämlich überall dort wo die pakistanische Regierung es versäumt, aus eigenen Mitteln diese Arbeit zu leisten.

Trotz erheblicher Schwierigkeiten, entstehen dank Dr. Gregs unerschütterlicher Geduld und der Unterstützung aus dessen Heimat und der Hilfe seiner Freunde in Pakistan, nach und nach über die Jahre, erfolgreich dutzende Schulen in den Nordregionen Pakistans. Die Schulbildung von Mädchen und Berufsbildung von jungen Frauen und Männern werden ihm immer wichtiger und er stellt beispielsweise den jungen Frauen in Korphe einige Nähmaschinen zur Verfügung, damit sie mit Näharbeiten Geld verdienen können.

Seine Arbeit wird von den Terroranschlägen am 11. September 2001 überschattet, denn die Taliban stellen eine erhebliche Bedrohung dar. Er trotzt ihnen und legt seine Arbeit erst recht nicht nieder. Im Gegenteil, er beginnt sich auch in Afghanistan zu engagieren und baut auch dort im Norden Schulen für Jungen und Mädchen.

Dieses Buch reißt den Leser durch eine sehr bildreiche Sprache und spannende Entwicklungen in den Bann. Er erhält Einblicke in die verschiedenen Kulturen der Bergvölker und die dortigen Auswirkungen der Anschläge vom 11. September. Die Anwesenheit der amerikanischen Armee und der Taliban in Pakistan und Afghanistan wird thematisiert, ohne Partei zu ergreifen. Es geht allein um Dr. Gregs wichtiges Hilfsprojekt: Bildung in die ärmsten Länder der Welt zu bringen. Nur durch Bildung lässt sich auf Dauer der Terrorismus nachhaltig besiegen.

„Bei der ersten Tasse Tee mit einem Balti bist du ein Fremder. Bei der zweiten Tasse bist du ein Ehrengast. Und bei der dritten gehörst du zur Familie – und für unsere Familie opfern wir alles, sogar unser Leben.“  Im Laufe der Jahre wird Greg Mortenson in Pakistan auf diese Weise in immer mehr Familien aufgenommen. Der Leser hat das Gefühl, bei all den Abenteuern mitten dabei zu sein.

Das Buch:

3 Tassen TeeBuch Cover von 3 Tassen Tee von Greg Mortenson und David Oliver Relin. Wie aus Fremden Freunde wurden von Greg Mortenson und David Oliver Relin, im Piper Verlag – 2011 in der 2. Auflage – erschienen.  448 Seiten, 28 Fotos und zwei Karten;  Preis 10,95 Euro

Weitere Infos: http://gregmortenson.blogspot.com/http://www.gregmortenson.com/2006/03/parade-magazine-stop-terrorism/ (830)